Filmkritiken
El Planeta
erschienen 02.10.2021
(Hamburg Film Festival)
Länge 1 Stunde 19 Minuten
Genre Drama, Gesellschaft
Regie Amalia Ulman
Cast Ale Ulman, Amalia Ulman, Nacho Vigalondo
Drehbuch Amalia Ulman
Musik Chicken
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Quelle: themoviedb.org

El Planeta

6,5 / 10

Auf monochromen Bildern hält die Regisseurin Amalia Ulman in ihrem spannungsarmen Debütfilm El Planeta eine prekäre Mutter-Tochter-Beziehung fest, das von der globalen Wirtschaftskrise und einem diesbezüglich harten Schicksalsschlag gebeutelt wird. Der Strom in der Wohnung fällt aus, Warmgekochtes gibt es selten, dafür aber gespendetes Essen und draußen wird Diebstahl begangen – hier steht ein extravagant bekleideter Lebensstil im Angesicht des fehlenden, staatlich finanzierten Beatmungsgeräts und des auf Großzügigkeiten und Unwissenheit spekulierenden Überlebenswillens vor dem Kollaps. Authentizität und Dynamik schafft das Mutter-Tochter-Verhältnis dadurch, dass Amalia und ihre Mutter selbst diese Rollen übernehmen.

Umgeben sind sie dabei von einer Tristesse, zu sehen in der Insolvenzwelle, die über die spanische Stadt Gijón geschwappt ist, den Rabatt-Preisschildern und dem Regen. Mit den lebensabsorbierenden Graustufen lastet ein enormes Gewicht auf dem Film, das Ulman mit einem Soundtrack zwischen Trübsal und willkommener Ablenkung, humoristischen Retro-Übergängen und mit entschleunigenden Einstellungen von der Stadt ausgleicht – was zusammen wiederum den Lebensstil des Duos gelungen unterstreicht. In erster Linie ein deprimierendes Bild, aber auch ein geeigneter Spielplatz für Ulmans ersten Film auf charakterlicher und kreativer Ebene, zeigt El Planeta die wirtschaftliche und demografische Schieflage Spaniens, in die sich der fehlende Arbeitsantrieb zweier Frauen tragisch passend einfügt.

Gesehen im Rahmen des ArteKino Festivals 2022.

Film El Planeta
erschienen 02.10.2021
(Hamburg Film Festival)
Länge 1 Stunde 19 Minuten
Genre Drama, Gesellschaft
Regie Amalia Ulman
Cast Ale Ulman, Amalia Ulman, Nacho Vigalondo
Drehbuch Amalia Ulman
Musik Chicken